Warum die Personalabteilung den HR-Trends widerstehen soll

Welche HR-Trends erwartet die Personalabteilung? Personaler müssen strategischer denken und Mitarbeiter als Kunden behandeln. (ml)
Personalabteilung: HR-Trend widerstehen

Die Personalabteilung erhält zurzeit viel Aufmerksamkeit. Ständig veröffentlichen die gängigen Magazine und Blogs neue HR-Trends. Genau genommen regen sie an, dass sich die Rolle der Personalabteilung verändern soll. Deswegen sollen Sie als Personaler Treiber der digitalen Transformation werden. Dafür sollen Sie die Digitalisierung von Arbeitsplatzmodellen und HR-Prozessen in die Hand nehmen. Warum das einfacher gesagt, als getan ist, diskutieren wir in diesem Beitrag.

Die Personalabteilung wird digitaler

Was beschreibt die Digitalisierung von HR-Prozessen genau? Der Begriff Digitalisierung allein ist sehr schwammig. Deswegen ergründen wir, wen die Digitalisierung von HR-Prozessen betrifft. Anschließend finden wir heraus, welche Bedürfnisse dahinter stecken.

Anwender versprechen sich von der Digitalisierung reibungslose und einfache HR-Prozesse. Allerdings strebt der Personalleiter nach standardisierten HR-Prozessen. Dagegen fordert der Geschäftsführer kostengünstige HR-Prozesse – hauptsächlich auf die Personalkosten bezogen. Was sind Ihre Erwartungen?

Das verdeutlicht: Digitalisierung meint alles und nichts. Was kommt bei Ihnen an? Irgendetwas. Daraufhin setzen Personaler E-Learning Tools, Kollaborationstools oder Ähnliches ein. Ist die Forderung nach Digitalisierung damit erfüllt? Vermeintlich. Ist der HR-Prozess vollständig verbessert? Nein. Hat sich die Unternehmenskultur verändert? Wieder Nein. Und da liegt der Hund begraben:

„Einfach bekannte Bräuche und alte Instrumente zu digitalisieren führt uns nicht in die Zukunft! Es geht um mehr: um neue Einstellungen, eine breitere Vielfalt sowie den anhaltenden Wertewandel.“

(Quelle: Herwig Kummer, personaleum)

Der Mitarbeiter als digitaler Kunde

Darüber hinaus bedeutet Digitalisierung von HR-Prozessen, dass Sie Mitarbeiter mehr in den Fokus rücken. Schließlich haben Mitarbeiter, was die Digitalisierung Ihres Arbeitsplatzes betrifft, hohe Ansprüche.  Gerade die Young Professionals möchten die digitalen Möglichkeiten, die sie privat nutzen beruflich nicht missen. Doch nicht nur ihre Bedürfnisse müssen Personaler berücksichtigen. Hinzu kommen die Bedürfnisse des Unternehmens.

Vom Personaler zum Strategen

Aber dafür müssen HR-ler strategischer denken und arbeiten. Deswegen stellen Sie zuerst fest, welche Ziele Ihr Unternehmen verfolgt. Basierend darauf, formulieren Sie mit der Geschäftsführung die Digitalstrategie. Zum Schluss überführen Sie die Strategie in praktische Maßnahmen.

Die Geschäftsführung definiert die Unternehmensziele. Jedoch verhält es sich mit den Unternehmenszielen wie mit Digitalisierung. Es gibt jede Menge Interpretationen. In der Folge orientieren sich Personaler an ungenauen Unternehmenszielen. Dann entwickeln sie Strategien, die gut klingen, aber nicht praxistauglich sind.

Manchmal sind die Ziele eines Unternehmens schlichtweg falsch. Nur eine Kostenreduzierung zu verfolgen, ist nicht effektiv. Vor allem sollte sich das Unternehmen die Erhöhung der Produktivität und Qualität zum Ziel setzen. Indem ein Unternehmen von vornherein Kosten senkt, schränkt es die Produktivität und Qualität ein. Wie sollen Sie also Strategien formulieren? Schwierig, wenn die Vorgaben unkonkret sind.

Die Personalabteilung benötigt eine gute Basis

Wir sind der Meinung, dass diese HR-Trends mit Vorsicht zu genießen sind. Personaler sollen zum digitalen Treiber und Strategen werden. Dabei sollen Sie Arbeitsplatzmodelle neu denken, Stichwort „New Work„. Nichtsdestotrotz haben operative HR-Prozesse noch viel Optimierungspotenzial. Häufig fehlt es Personalern dafür an Budget, Zeit und Ressourcen. Obwohl exzellente HR-Prozesse die Rückendeckung einer Personalabteilung sind. Erst wenn Sie diese im Griff haben, sollten Sie sich New Work Themen widmen. Deswegen sollte die Optimierung der erste Schritt sein. Letztendlich zäumt man ein Pferd auch nicht von hinten auf.


Wie sehen Sie die Rolle der Personalabteilung? Was halten Sie von den aktuellen HR-Trends? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

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